Rückblick

25.10.2019

So war RoomBoom 2019 …

Für alles im Leben gibt es bekanntlich ein erstes Mal. So auch für das „RoomBoom Festival“ in Schkeuditz. Das erste Streetart- und Kultur Festival der Stadt fand vom 6.-8. September 2019 statt. Das erste Mal RoomBoom, das erste Mal Streetart in Schkeuditz, die erste vollständige Widerbelebung des ehemaligen ZAW-Geländes… Bekanntermaßen wird das erste Mal auch immer am intensivsten wahrgenommen. Am Ende können wir erfüllt mit vielen Erfahrungen, glücklich und stolz auf dieses Ereignis zurückblicken.

Das Projekt entstand mit dem Wunsch in der kleinen Stadt Schkeuditz, der goldenen Mitte zwischen Halle und Leipzig, einen Ort zu schaffen, an dem Kunstschaffenden die Plattform und der Raum geboten wird, sich gestalterisch zu verwirklichen und zu vernetzen. Auf der anderen Seite sollten Besucherinnen und Besucher vor allem aus der Region ein vielseitiges und spannendes Programm geboten werden. Neue Dialoge zwischen Jung und Alt sowie KünstlerInnen und Betrachtenden sollten entstehen. Schon immer galt dieses Gelände als Ausbildungsstätte für junge Menschen. Aus diesem Grund, und weil Schkeuditz mit dem ZAW-Gelände den Raum und die Anbindung bietet, sollte dies auch wieder ein Ort für junge Menschen werden.
Wir wollten aus dem ehemaligen leerstehenden ZAW-Gelände im Herzen der Stadt ein urbanes Gesamtkunstwerk machen und das mit allen denkbaren grafischen, plastischen und audiovisuellen Gestaltungsmöglichkeiten.

Anfang Mai 2019 fand sich das Organisationsteam zusammen. Bestehend aus einem Architekturstudenten, einer Theaterschaffenden, einem Designer, zwei Kunststudenten, dem Leipziger Architekturbüro K2L, dem Kooperationspartner Art Kapella Schkeuditz e.V., der Eigentümer-Baufirma Weisenburger und natürlich der Stadt Schkeuditz.

Schnell stand für uns alle fest: RoomBoom soll- so sein Name- wie eine Kreativexplosion sein, deren Nachbeben man noch weit über die sächsische Landesgrenze hinweg wahrnimmt.

Reaktionen und Nachrichten, die uns auf unsere Kooperationsanfragen und dem Open Call im Juli 2019 erreichten, zeigten genau das recht schnell und deutlich.

Was für ein tolles Kulturangebot sich da innerhalb kürzester Zeit zusammenbrauen würde, hätten wir uns so nicht vorstellen können. Letztendlich waren international anerkannte KünstlerInnen der Spitzenklasse bei uns. Genannt seien hier Bond Truluv und Franz Werk, Klub7, ETTOJA, Emily Eldridge, TOBO, Mina Mania oder Rommy Gonzales. Aber auch viele neue Kreative debütierten beim RoomBoom Festival. Darunter Studierende der Kunsthochschulen der Burg Giebichenstein Halle, der HTWK Leipzig oder HGB Leipzig.

Das RoomBoom Festival versammelte im September 2019 etwa 100, vorrangig junge KünstlerInnen aus den unterschiedlichsten Städten und Ländern. Darunter Halle, Leipzig, München, Berlin, Hamburg oder Landshut, aber auch aus Russland, Lettland, Portugal oder Indien kamen Kunstschaffende zu uns, um ihre Werke zu zeigen. Dies sorgte für ein besonders abwechslungsreiches Programmangebot an den Tagen. Das Interesse der mehr als 600 BesucherInnen war sehr groß.

Den Kunstschaffenden standen die Mittel, das Material, viel Raum und vor allem die inhaltliche Freiheit prinzipiell zur Verfügung, um ihre Werke zu präsentieren. Mit sehr viel Herzblut, Engagement und Kreativität wuchs dadurch eine riesige urbane Ausstellung unterschiedlichster künstlerischer Disziplinen. So konnten wir verschiedene Serien von sieben unterschiedlichen FotografInnen und einer Comickkünstlerin ausstellen. 9 verschiedene Installationen, 2 Tape-Art-Wandbilder und 3 Performanceformate waren vertreten. 5 Bands, mehrere DJ´s, das Werk eines Bildhauers, eine Videoinstallation und natürlich unzählige Malereien, Drucke, Grafiken, Graffiti und Murals an Innen- und Außenwänden gab es zu sehen. Für dieses kreative Miteinander mit den Künstlerinnen und Künstlern sind wir sehr dankbar. Gerade diese Erfahrung, das nimmer müde Engagement und die Kreativität waren für uns wesentliche Grundlage für den Erfolg dieses Streetart- und Kulturfestivals.

Doch das Festival wäre ebenfalls nicht zu stemmen gewesen ohne die vielen engagierten Helferinnen und Helfer, die dieses Projekt ehrenamtlich unterstützt, uns tatkräftig befeuert haben und uns in besonderer Erinnerung geblieben sind. So konnte das Festival fröhlich, ohne Zwischenfälle und größere Komplikationen ablaufen. Wir danken den helfenden Händen der Technik, am Einlass, an den Bars, beim Plakatieren, Transportieren, Saubermachen, Gärtnern, in den Küchen sowie den Essensständen und vom Auf- und Abbau.

Weiterhin haben wir uns ernorm über die finanzielle und materielle Unterstützung mehrerer freiwilliger SpenderInnen und unserer Sposoring-Partner gefreut. Genannt seien hier u.a. DHL Schkeuditz, NBQ ProSprayPaint, Weisenburger Bau + Grund GmbH, Farben Schultze GmbH & Co. KG Halle(Saale), Häßler Lift Hebebühnen GmbH, die Sparkasse Schkeuditz, die Bühnen Halle oder das Schauspiel Leipzig, welche uns die Mittel und das Material für die KünstlerInnen und das Festival zu Seite gestellt haben.

Aber zuletzt möchten wir uns natürlich bei allen Gästen und Beteiligten des RoomBoom Festivals bedanken, die der Einladung gefolgt sind, zum Forscher auf Expeditionsreise durch das ehemalige Industriegelände in neuem Anstrich zu werden. Sie haben die Tage so unvergesslich gemacht und unter anderem lange Anfahrten oder trübes, kühles Wetter in Kauf genommen. Wir haben eine tolle Atmoshäre erleben dürfen, fast ausschließlich in herrlich gutgelaunte, glückliche Gesichter geblickt und mit vielen Menschen Streetart und Kultur genossen.

Zum Schluss bleibt zu sagen: das erste Streetart- und Kulturfestival war ein kraftaufwendiges, aber sehr, sehr erfolgreiches erstes Mal. Das Feedback fällt deutlich positiv aus. Die Stimmen, die wir vor allem in Schkeuditz gesammelt haben, begrüßten das erste Mal mit dem Wunsch nach einem zweiten Mal.

Franziska Rattay